08.07.2017 (Ganztägig)

Heuer findet das UNESCO-Welterbefest am 8. Juli 2017 ab 11 Uhr erstmals direkt am Keutschacher See in Gerti ́s Strandbad statt. Mit dem Fest wird das derzeit einzige UNESCO-Welterbe Kärntens gefeiert - die 6000 Jahre alte Pfahlbausiedlung im Keutschacher See. 

Marsch, marsch zum Löffeln!

30. Oktober 2015

Gängige Praxis zur Ermittlung der Ausdehnung von archäologisch relevanten Flächen ist die Entnahme und Dokumentation von Sediment mithilfe eines so genannten Stechbohrers, auch Marschlöffel genannt. Klingt einfach … ist Unterwasser aber nicht so. Neben all der Ausrüstung, die man als Forschungstaucher sowieso schon mit sich trägt, schlägt der etwas unhandliche Marschlöffel noch einiges an Gewicht drauf. Ausgestattet mit genügend Luft geht es nun also auf die Jagd nach einem passenden Fleckchen, um unserer Mutter Erde ein weiteres kleines archäologisches Puzzlestück zu entlocken. Ist man bei der Suche nach einem geeigneten Ort fündig geworden, der sich meist entlang eines vorher ausgelegten, eingemessenen und gut sichtbaren Maßbandes befindet, beginnt der wirklich anstrengende Part.

Schon mal versucht, auf dem Bauch liegend eine eineinhalb Meter lange und etwa sieben Kilo schwere T-förmige Metallstange von der Horizontalen ins Vertikale zu bringen? In der Vertikalen angekommen, gibt es dann nur noch Eins. Luft raus, schwer machen, den Marschlöffel ins Sediment drücken und beten, dass dem Bohrer kein Stein in die Quere kommt und er nicht hängen bleibt, sonst beginnt das Spiel von vorne. Vollständig im Boden versenkt dreht man den Bohrkopf einige Male, um das Sediment im Kern vom Boden zu trennen, damit es sich besser herausziehen lässt und eine schöne Probe im Bohrkopf bleibt. Ein letztes Mal ans Eingemachte. Behutsam und trotzdem energisch den Marschlöffel ziehen. Sobald die Probe raus ist, heißt es "Marsch, marsch zurück in Land!"

Sobald die Probe raus ist, heißt es erstmal dokumentieren. Ein bisschen Sand als Deckschicht, darunter ein dunkelbraunes breites Band, zuletzt graues feinstes Sediment. Eine typische Schichtabfolge in der Flachwasserzone eines neolithisch besiedelten Voralpensees, die dem Archäologen wichtige Informationen liefert, was sich gerade unter ihm befindet. Nach der Erfassung des Bohrkerninhalts, heißt es "Marsch, marsch zum nächsten Ziel" und das Spiel beginnt von vorne. Gut Luft!

Zugehöriges Projekt


Forschungen in den Seeufersiedlungen in Attersee und...

Stefan Dziwis ist geprüfter Forschungstaucher und hat seine Abschlussarbeit über die ebenfalls zum UNESCO-Welterbe gehörende Pfahlbausiedlung Konstanz-Hinterhausen geschrieben.

An Land dokumentiert Stefan Dziwis die gewonnene Probe. (Bild: Florian Ostrowski - Kuratorium Pfahlbauten)
An Land dokumentiert Stefan Dziwis die gewonnene Probe. (Bild: Florian Ostrowski - Kuratorium Pfahlbauten)
Stefan Dziwis beim Ziehen eines Bohrkern in Seewalchen am Attersee. (Bild: Florian Ostrowski - Kuratorium Pfahlbauten)
Stefan Dziwis beim Ziehen eines Bohrkern in Seewalchen am Attersee. (Bild: Florian Ostrowski - Kuratorium Pfahlbauten)
Henrik Pohl schaut sich die Sedimentprobe aus der Sprungturmgrube in Seewalchen genau an. (Bild: Florian Ostrowski - Kuratorium Pfahlbauten)
Henrik Pohl schaut sich die Sedimentprobe aus der Sprungturmgrube in Seewalchen genau an. (Bild: Florian Ostrowski - Kuratorium Pfahlbauten)
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Palafittes Guide App

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Der «Palafittes Guide» ist eine umfangreiche Informations-Sammlung über das Unesco-Welterbe. Er enthält einen Audioguide für zahlreiche schweizer, deutsche und österreichische Standorte. An diesen Standorten wird in jeweils etwa 3 Minuten erzählt, was im Boden oder im Seegrund liegt, wie die Pfahlbauer hier gelebt haben und wie die Archäologie das Thema erforscht.
 
Neben diesem Audioguide enthält der «Palafittes Guide» Informationen zu Museen, in denen Objekte aus der Pfahlbauerzeit ausgestellt sind, sowie eine umfangreiche Textsammlung mit allgemeinen Informationen über die Pfahlbauer. Für den Audioguide gilt: Auch er funktioniert überall, aber vor Ort ist er auf jeden Fall interessanter.

Fördergeber

 
Das Kuratorium Pfahlbauten wurde im Jahr 2012 von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prehistoric Pile Dwellings around the Alps“ stellvertretend für die Republik Österreich zu betreuen.

Die Fördergeber sind:

Partner und Sponsoren

   
Das UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ wird unterstützt durch: